Geschichte der Luftgewehrschützen Oberburg

Jedes Jahr dasselbe Problem – in der Winterpause kommen die Kleinkaliberschützen einfach ausser Form. Dies war der Ansporn einiger Individualisten aus der Region Emmental /Oberaargau, 1961 einen Luftgewehrverein zu gründen, der als zweitältester Luftgewehrverein in die Geschichte des Kantons Bern eingehen sollte. Die dreizehn kühnen Schützen trainierten anfangs in einer sporadisch eingerichteten Anlage im Säli des Restaurants Steingruben Oberburg. Bald schon kam die Forderung auf, sich mit anderen zu messen, und so trug man in der zweiten Saison erstmals einen Freundschaftsmatch gegen Riedern-Glarus aus, der dann auch von Oberburgs Schützen dominiert wurde.
Nicht so genau nahm man es zu dieser Zeit mit der schriftlichen Dokumentation, so dass über mehrere Jahre hinweg keine Protokolle der HV vorhanden sind. Umso besser waren dafür die sportlichen Leistungen; ein erster Grosserfolg konnten die Luftgewehrschützen Oberburg 1964 feiern, als sie mit der Gruppe Schweizermeister wurden. Zur Belohnung wurde der traditionelle „Güggeli-Frass“ eingeführt, bei dem alle Vereinsmitglieder zusammen ein Pouletschenkel essen gingen. Leider verlor sich diese Tradition bereits in den 80ern wieder.
Anfangs siebziger jedoch quälten die Schützen andere Sorgen, denn plötzlich hatten sie keine Schiessanlage mehr. Der Präsident fragte 1974 die Hauptversammlung, ob man den Verein auflösen wolle, was aber einstimmig abgelehnt wurde. Dieser Entscheid sollte belohnt werden, weil man sich drei Jahre später mit den Stadtschützen Burgdorf einigen und sich in ihre wunderschöne Schiessanlage einmieten konnte. Die Luftgewehrschützen Oberburg waren gerettet. Die neue, moderne Anlage motivierte die langsam wachsende Truppe zusätzlich, weshalb die nächsten sportlichen Erfolge nicht lange warten liessen. 1976 beispielsweise wurde man Vizeschweizermeister mit der Gruppe.

Vor neue Probleme wurde der Verein erst wieder in den 80er Jahren gestellt. Man erkannte, dass der Verein langsam überalterte und man besser rechtzeitig reagiert, um den traditionsreichen Verein in die Zukunft zu führen. Die Idee war, dass man einen Juniorenkurs einführte; allerdings verlief die Suche nach neuen Junioren harzig, und man musste erneut über die Bücher. Da fiel der entscheidende Vorschlag: man müsse doch nur für mehr Mädchen sorgen, dann kämen die Jungen wie von selber! Und es kam, wie man es sich erhofft hatte. Mit dem Eintritt mehrerer Mädchen keimte das Vereinsleben förmlich auf und immer mehr Jugendliche besuchten den Juniorenkurs. Man versuchte, sie möglichst früh ins Vereinsleben zu integrieren und besuchte Juniorenturniere im In- und Ausland. Problematisch war nur, dass zu wenig geeignete Juniorengewehre vorhanden waren. Nicht zuletzt deshalb beschloss man, 1994 das erste bernisch kantonale LG-Schützenfest durchzuführen. Es wurde zum Grosserfolg aller Beteiligten, und nie mehr sollen an einem bernisch kantonalem Luftgewehr Schützenfest mehr Teilnehmer dabei gewesen sein. Daraufhin konnte sich der Verein fünf neue Luftgewehre leisten. Die Arbeit machte sich auch schnell bezahlt. Mit Sandra Rhyner hatten die Luftgewehrschützen eine top Nachwuchsschützin, die zu ihrer Zeit als beste Juniorin galt und die Vorzeigeathletin des Vereins war. Der Stein war ins Rollen gebracht und nationale Erfolge mit Gruppe und Mannschaft fielen nicht aus. Im Jahr 2000 zählte der Verein 24 Mitglieder. Ein weiteres Highlight für den Verein stellten die 2003/2004 in Bern durchgeführten Schweizermeisterschaften dar, welche auf ganzer Linie ein voller Erfolg waren. Auch die Elite-Mannschaft profitierte mehr und mehr von der Aufbauarbeit, weshalb die Luftgewehrschützen 2008 nach mehreren gescheiterten Versuchen in die Nationalliga A aufsteigen konnten. Bis heute können die Luftgewehrschützen Oberburg die Früchte ihrer erfolgsorientierten Arbeit tragen.